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Neuropsychologische und biochemische Untersuchungen an Heterozygoten für Phenylketonurie während der Aufnahme hoher Dosen Aspartam (eines phenylalaninhaltigen Süßungsmittels) Trefz F, de Sonneville L, Matthis P, Benninger C, Lanz-Englert B, Bickel H. Kreiskrankenhaus Reutlingen, Kinderklinik, Universität Tübingen, Deutschland. Aspartam, ein hochintensives Süßungsmittel, wird weltweit in über 5.000 Produkten eingesetzt. Nach der Aufnahme wird Aspartam vollständig in zwei Aminosäuren und Methanol aufgespalten (rund 50 % Phenylalanin, 40 % Asparaginsäure und 10 % Methanol). Die Auswirkungen von Aspartam auf kognitive Funktion, Elektroenzephalogramme (EEG) und biochemische Parameter wurden bei 48 erwachsenen (21 Männer, 27 Frauen) Heterozygoten für Phenylketonurie (PKUH) untersucht. PKUH-Versuchsteilnehmer, deren Trägerstatus anhand einer DNA-Analyse nachgewiesen wurde, erhielten im Rahmen einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Crossover-Studie über einen Zeitraum von 12 Wochen Aspartam (entweder 15 oder 45 mg/kg/Tag) oder Placebo. In den Baselinewochen -2 und –1 und während der Behandlungswochen 6, 12, 18 und 24 wurde eine computerisierte Testbatterie mit neuropsychologischen Tests eingesetzt. Dabei wurden auch Proben zur Untersuchung von Aminosäuren im Plasma und organischen Säuren im Harn abgenommen. Die EEGs wurden anhand von konventionellen und spektralen Analysen in Baselinewoche -1 und Behandlungswochen 12 und 24 ausgewertet. Die Ergebnisse der neuropsychologischen Tests zeigten, dass sich Aspartam nicht auf die kognitive Funktion auswirkte. Innerhalb des normalen Bereichs für PKUH wurde in der 1. und 3. Stunde nach der Morgendosis Aspartam eine signifikante Erhöhung der Phenylalaninkonzentration im Plasma erzielt, jedoch nur bei der Gruppe, die 45 mg/kg pro Tag erhielt. Der Vergleich zwischen Aspartam und dem Placebo ergab keine bedeutenden Unterschiede in Bezug auf die konventionellen oder spektralen EEG-Analysen, Konzentrationen organischer Säuren im Harn und unerwünschten Nebenwirkungen. Diese Studie bestätigt erneut die Sicherheit von Aspartam bei PKUH und widerlegt die spekulative Annahme, dass Aspartam kognitive Leistung, EEG und organische Säuren im Harn beeinträchtigt. Hum Genet. 1994 Apr;93(4):369-74. |